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Jeder, der Abfälle entsorgen muß, ist für das ordnungsgemäße Verwerten oder Beseitigen verantwortlich. In der Regel heißt dies, dass Sie als Erzeuger von Abfällen sich davon überzeugen müssen, dass Ihr Entsorger oder Verwerter auch wirklich alle notwendigen Genehmigungen besitzt, um seiner Tätigkeit nachzugehen. Beginnend mit der Transportgenehmigung, über die entsprechenden Entsorgungsnachweise, bis hin zu evtl. notwendigen Genehmigungen zum Lagern der entsprechenden Stoffe.

Darüber hinaus müssen Sie sich von der Zuverlässigkeit der Entsorgung überzeugen. Diese Kontrolle wird dadurch erschwert, dass es dem Laien allein durch den Umfang der entsprechenden Gesetze praktisch unmöglich ist zu überprüfen, ob sein Entsorger, Verwerter oder Transporteur auch wirklich alle Gesetze einhält bzw. alle Genehmigungen besitzt.

Um diese Kontrolle zu vereinfachen, hat der Gesetzgeber die Selbstkontrolle der Wirtschaft durch die Zertifizierung zum Entsorgungsfachbetrieb zugelassen. Einfacher ausgedrückt, die Anerkennung zum Entsorgungsfachbetrieb, welche durch eine unabhängige Überwachungsorganisation wie beispielsweise TÜV, LGA oder von einer Entsorgergemeinschaft ausgesprochen wird, genügt in der Regel, um die Korrektheit der Entsorgung nachzuweisen. Der Kunde, also Sie, erfüllt seine Pflichten als Abfallbesitzer weitgehend, wenn er sich die entsprechende Anerkennung, also das Zertifikat, zeigen lässt. Strenggenommen müssten Sie sich bei der Beauftragung eines Unternehmens, das kein Entsorgungsfachbetrieb ist, alle durch das Abfallrecht vorgeschriebenen Genehmigungen zeigen lassen, ebenso wie die entsprechenden Entsorgungs- und Sammelentsorgungsnachweise.

Aber Vorsicht: Das Zertifikat eines Entsorgungsfachbetriebes gilt nur für die in der Anlage zum Zertifikat genannten Abfälle und Tätigkeiten. So ist unser Betrieb beispielsweise Entsorgungsfachbetrieb für alle Arten von Fotochemikalien und damiti zertifiziert für das Einsammeln, Lagern, Befördern und die Verwertung, ebenso wie für das Befördern und Einsammeln von Amalgamabfällen. Obwohl wir auch Lösungsmittel übernehmen, sind wir dafür (noch) kein Entsorgungsfachbetrieb. Manche Betriebe werben mit anderen Zertifikaten, wie z. B. der Zulassung nach § 19 WHG. Das ist, zumindest auf die Entsorgung von Abfällen bezogen, Augenwischerei. Die Zulassung bzw. Zertifizierung nach § 19 WHG, die wir selbstverständlich auch besitzen, besagt hauptsächlich, dass der entsprechende Betrieb Behälter bzw. Anlagen zur Lagerung wassergefährdender Stoffe fachgerecht installiert, wartet und reinigt und ist weit einfacher und mit weniger Aufwand zu erlangen als die Zulassung als Entsorgungsfachbetrieb.

Die Transportgenehmigung nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ist im Entsorgungsfachbetriebezertifkat eingeschlossen, falls diese Tätigkeiten (Einsammeln/Befördern) im Zertifikat geführt werden. Steht im Zertifkat als abfallrechtliche Tätigkeit beispielsweise nur die Entsorgung bzw. Verwertung, so muß der entsprechende Betrieb zum Einsammeln bzw. Befördern noch eine abfallrechtliche Transportgenehmigung vorweisen können.

Allerdings gibt es wesentlich mehr Betriebe, bei denen das Einsammeln und Befördern im Zertifikat ausgewiesen ist und wesentlich weniger, bei denen auch die Verwertung, Lagerung und/oder die Entsorgung enthalten ist. Bei Betrieben, die weder die Entsorgung noch die Verwertung zertifiziert haben, handelt es sich meistens um reine Transporteure. Falls in diesem Fall doch mal jemand behauptet, ein Entsorger/Verwerter zu sein, fragen Sie am besten bei Ihrer zuständigen Kontrollbehörde bzw. bei der Kontrollbehörde des Entsorgers nach (Wasserwirtschaftsamt oder Landratsamt).