Blue Flower

 

Was vom Bilde übrig bleibt

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es ca. 40 000 gewerbliche und gewerbeähnliche Fotolaboratorien. Hinzu kommen Druckereien mit eigener Reprografie, ebenso spezialisierte Reproanstalten. Nicht zuletzt werden Fotochemikalien in der medizinischen Diagnostik, beim Röntgen und in der Zahnmedizin eingesetzt.

Je nach fotografischem Prozess, also Schwarz-Weiß- und Farbfotografie, Röntgen usw., sind in Fotochemikalien verschiedene Schadstoffe enthalten, wie z. B. EDTA, Ammoniumthiosulfat und Formaldehyd, die ohne Vorbehandlung nicht in die Kanalisation gelangen dürfen. Außerdem haben die meisten Fotochemikalien durch ihren hohen Schwefelgehalt einen nicht geringen CSB-Wert (chemischer Sauerstoffbedarf), der die Bakterienkulturen in biologischen Kläranlagen beeinträchtigen kann. Darüber hinaus enthalten Fotochemikalien Silber, dessen Aufarbeitung bzw. Rückgewinnung lohnt. Die gebrauchten Fotochemikalien werden von uns bei Ihnen abgeholt. Diese Abholung erfolgt wahlweise in einem festen Turnus oder nach Ihrem telefonischen Auftrag. Zum Nachweis der korrekten Entsorgung erhalten Sie von uns alle notwendigen, durch das Kreislaufwirtschaftsgesetz vorgeschriebenen Papiere. Die zur Sammlung notwendigen Behälter stellen wir Ihnen zur Verfügung. Die Entsilberung der bei unseren Kunden eingesammelten Fotochemikalien erfolgt bei uns im Haus mit Hilfe von Elektrolysezellen. Dieses Vorgehen verursacht keine schädlichen Emmissionen und benötigt keine zusätzlichen Chemikalien. Gut für die Umwelt.

Das so gewonnene Silber wird von uns zu einer Scheideanstalt verbracht und wieder umgeschmolzen. Einen Teil des gewonnen Silbers vergüten wir wieder an unsere Kunden zurück, entweder, indem wir das Silber zum Tagesankaufkurs mit dem Rechnungsbetrag verrechnen, oder indem wir das Silber auf einem für Sie kostenlosen Silberkonto gutschreiben. In diesem Fall können Sie entscheiden, ob und wann Sie die aufgelaufenen Silbervergütungen verkaufen wollen oder ob Sie stattdessen lieber das Silber in Barren gegossen erhalten wollen.

Die entsilberten Fotochemikalien besitzen in aller Regel relativ viel Ammoniumthiosulfat, das sich zu Ammoniak reduzieren lässt. Ammoniak bzw. die in den Fotochemikalien enthaltenen Ammoniakverbindungen werden zur Stickstoffreduktion bei Verbrennungsprozessen eingesetzt. So ist es kein Wunder, dass gebrauchte Fotochemikalien gerne von der Zementindustrie oder in Kraftwerken verwendet werden. Dazu müssen natürlich bestimmte Qualitäten eingehalten werden: der Ammoniumgehalt darf nicht zu niedrig sein und der Schadstoffgehalt darf bestimmte Grenzwerte nicht überschreiten. Die entsilberten Fotochemikalien werden also aufbereitet, von Schadstoffen befreit und manchmal noch mit Harnstoff versetzt, so dass sie sich zur Stickstoffreduktion eignen.

Ist der Schadstoffgehalt zu hoch oder der Ammoniumgehalt zu niedrig, so lassen sich die Fotochemikalien nicht mehr weiter verarbeiten. Sie werden dann von uns zu einer unserer Partnerfirmen, beispielsweise der GSB in Ebenhausen, verbracht, welche dann die Restentsorgung übernimmt.