Blue Flower

 

Computer und andere Geräte, die zur "modernen" Telekommunikation gehören, wie Handys, Telefonanlagen und Telefonapperate, Kopierer, Drucker, Faxgeräte oder auch alle Geräte, die in der medizinischen Diagnostik benötigt werden, ebenso Fernseher, Videorecorder und andere Dinge, die sich in nahezu jedem Haushalt finden lassen, veralten immer schneller. Wenn diese alt und schwach, oder einfach nicht mehr "up to date" sind, muß schleunigst ein neues Gerät her. Aber was geschieht mit dem Altgerät? Gehört es zum Sondermüll ? Die Problematik der Verwertung elektrischer und elektronischer Geräte nach dem Ende Ihrer Nutzung wird immer dringlicher.

Ein Müllberg entsteht, der nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe enthält, die effektiv getrennt werden müssen, sondern auch Problemabfälle und Sondermüll wie FCKW-haltige Bauelemente oder Kondensatoren. Seit Anfang 2002 ist ein großer Teil dieses Elektronikschrotts als überwachungsbedürftiger bzw. besonders überwachungsbedürftiger Abfall eingestuft und unterliegt damit dem obligatorischen Nachweisverfahren. Als Ausnahme hiervon ist die Rücknahme von Elektroschrott bzw. die Annahme durch eine Erstannahmestelle nach Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) zu sehen.

Kurz gesagt, die Entsorgung ist nicht mehr freiwillig, sondern Pflicht.

 

Verfahren

Elektronikschrott wird zunächst von unseren qualifizierten Mitarbeitern manuell zerlegt. Diese Zerlegung dient unter anderem dazu, enthaltene Schadstoffe (Batterien, Kondensatoren, Quecksilberschalter etc.) aus den Baugruppen zu entfernen und umweltgerecht zu entsorgen, Ersatz- und Funktionsteile sowie sortenreine Metalle und Kunststoffe zu gewinnen und nicht verwertbaren Müll zu selektieren und auszuschleusen. Die verbleibenden Materialien sind beispielsweise Kunststoffabfälle, Leiterplatten, Spulen, Relais, Kabel und Schalter.

 

Kunststoff und Plastikteile

Ein großer Teil, etwa 20 Prozent, der anfallenden Kunststoffe stammen aus Kabeln. Mischkunststoffe aus Gehäuseteilen werden heutzutage wieder verwendet. Kunststoffteile aus ausgehärtetem PVC, PE oder ähnlichem Material sowie NE-Metallverbundstoffe werden der eigenen Verwertung zugeführt.
 

NE/FE Metalle

Die Elektro- und Elektronikzerlegeanlage sondert im ersten Arbeitsgang die groben Eisen- und Aluminium-Anteile aus. In der Anlage werden Elektromotoren, Ablenkeinheiten von Bildröhren, Elektrokleingeräte, Trafos, Drosseln aus Alu und Eisen sowie Relaisschrotte verarbeitet. Den zweiten Arbeitsgang übernehmen Anlagen, die auch zur Kabelzerlegung eingesetzt werden. Auch diese Schrotte werden zu 100 Prozent verwertet.

 

Leiterplatten

Der anfallende Leiterplattenschrott wird vollständig verwertet. Schadstoffentfrachtete Leiterplatten (d.h. ohne Kondensatoren, Batterien, PCB- oder quecksilberhaltige Teile) werden im ersten Schritt mechanisch grob zerkleinert. Dabei entstehen zwei Fraktionen: grobes Leiterplatten-Granulat und aufgefangene Filterstäube. Die Stäube werden in der Kupferschmelze der Norddeutschen Affinerie (Aurubis) AG eingesetzt. Die Kunststoffteile der Leiterplatten verbrennen nahezu rückstandsfrei. Die NE- und Edelmetalle werden in mehrstufigen Hüttenprozessen angereichert und zu Kupferprodukten sowie zu Begleitprodukten aufgearbeitet. Zu den Begleitprodukten gehört der Anodenschlamm, aus dem in einem mehrstufigen Prozess Gold, Silber, Palladium und Platin abgeschieden werden. Das Verfahren erreicht insgesamt eine sehr hohe Recyclingquote.